Lufttemperatur: 21,9 °C
Streckentemperatur: 26,1 °C
Der Brite Alexander Sims (Mücke Motorsport, 0:55,367 Minuten) erobert seine erste Pole-Position in der Formel 3 Euro Serie. Auf dem abtrocknenden Norisring fuhr er im letzten Augenblick die beste Rundenzeit und verdrängte das ART Grand Prix-Trio Jules Bianchi (0:55,620 Minuten), Adrien Tambay (0:55,644 Minuten) und Esteban Gutierrez (0:55,712 Minuten) auf die Ränge zwei bis vier.
Das Qualifying begann im Regen. In der zweiten Hälfte des 30-minütigen Zeittrainings trocknete die nur 2,3 Kilometer lange Strecke um die Nürnberger Steintribüne aber mehr und mehr ab. Die besten Rundenzeiten wurden folglich in der Schlussphase gefahren. Bis zum letzten Augenblick wechselten die Namen an der Spitze, ehe Alexander Sims sie schließlich nicht mehr abgab. Nach Valtteri Bottas (ART Grand Prix, 0:56,268 Minuten), der am EuroSpeedway die Qualifying-Bestzeit holte, ist Sims in diesem Jahr bereits der zweite Rookie, dem die schnellste Rundenzeit im Qualifying gelang.
Alexander Sims (Mücke Motorsport): Ich freue mich über meine erste Pole-Position in der Formel 3 Euro Serie und meine zweite Pole in meiner gesamten Karriere. Allerdings ist mir der Punkt, den man für die Qualifying-Bestzeit erhält, fast wichtiger, denn es ist mein erster Zähler in diesem Jahr. Ich hoffe, diese Pole-Position ist der Beginn einer ab jetzt erfolgreichen Saison, nachdem es bisher noch nicht so toll lief.
Jules Bianchi (ART Grand Prix): Ich bin zufrieden, auch wenn es nicht die Pole-Position ist. Meine Rivalen um den Titel stehen hinter mir und das ist gut so. In meiner schnellsten Runde musste ich Pedro Henrique überholen, was sicher etwas Zeit gekostet hat. Aber ich muss auch zugeben, dass Alexander Sims eine tolle Rundenzeit gefahren ist und hier sehr schnell ist.
Adrien Tambay (ART Grand Prix): Es war mein erstes richtig gutes Qualifying in der Formel 3 Euro Serie und es ist ein gutes Gefühl, so weit vorne zu stehen. Es wäre sogar noch mehr möglich gewesen, aber die letzten beiden Runden habe ich wegen des vielen Verkehrs nicht optimal getroffen. Im Rennen morgen möchte ich so viele Punkte wie möglich mitnehmen.
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„Deutsches Monaco“: Formel 3 Euro Serie startet am Norisring
Streckenlänge: 2,300 Kilometer
Rundenrekord:0:48,902 Minuten / Nico Hülkenberg 2008
Distanz: Sa: 35 Runden / So: 48 Runden
Sieger 2008: Nico Hülkenberg / Christian Vietoris
Der Norisring, wegen seines außergewöhnlichen Flairs auch Deutsches Monaco genannt, ist am kommenden Wochenende Schauplatz der Saisonrennen fünf und sechs der Formel 3 Euro Serie. Das Rennwochenende auf dem nur 2,3 Kilometer langen Stadtkurs um die Steintribüne am Nürnberger Duzendteich ist traditionell der Saisonhöhepunkt der stärksten Nachwuchsserie der Welt. Der Franzose Jules Bianchi (ART Grand Prix) reist als Führender der Tabelle in die fränkische Metropole, doch sein Vorsprung auf die beiden punktgleichen Zweitplatzierten Roberto Merhi (Manor Motorsport) und Sam Bird (Mücke Motorsport) ist mit zwei Punkten sehr gering.
Bianchis Verfolger standen jeweils schon zweimal in dieser Saison auf dem Podium und werden am Norisring beide versuchen, ihren ersten Sieg einzufahren. Das ist Bianchi bereits auf dem EuroSpeedway Lausitz gelungen. Der aktuell beste Rookie Valtteri Bottas (ART Grand Prix) konnte zwar noch keinen Lauf der Euro Serie gewinnen, hat aber vor zwei Wochen das Masters of Formula 3, das wohl wichtigste Formel-3-Rennen Europas, für sich entschieden. Der Finne reist mit großem Selbstvertrauen nach Nürnberg und will seiner ersten Pole-Position, die er in der Lausitz eroberte, nun den ersten Sieg folgen lassen.
Marco Wittmann (Mücke Motorsport): Ich wohne nur 40 Kilometer vom Norisring entfernt und freue mich wahnsinnig auf das Rennen. Die Atmosphäre in Nürnberg ist immer etwas Besonderes. Die Strecke sieht zwar einfach aus, ist es aber nicht. Jede Kurve hat ihre Tücken. Wichtig ist beispielsweise, den Ausgang der Duzendteichkurve gut zu erwischen, damit man Schwung auf die Gerade mitnimmt, aber auch die Bremspunkte immer möglichst genau zu treffen. Mein Ziel ist die Top 8 und das sollte auch möglich sein.
Vergangenheit trifft auf Zukunft
Laurens Vanthoor und Bas Leinders
(25.06.2009) Am vergangenen Rennwochenende des ATS Formel-3-Cup in Oschersleben trafen sie aufeinander: Bas Leinders und Laurens Vanthoor – der erste Belgier, der die Deutsche Formel-3-Meisterschaft gewinnen konnte und der vielleicht neue und jüngste Meister aus dem kleinen Benelux-Land. Leinders sicherte sich 1998 den Titel, jetzt, elf Jahre später ist Vanthoor der Favorit und auf einem sehr guten Weg den Formel-3-Cup für sich zu entscheiden. Dem 18-Jährige gelang in Oschersleben ein Doppelsieg – genau wie Leinders in seinem Titeljahr: ″Das war ein wichtiger Schritt für die Meisterschaft″, freute sich Laurens Vanthoor, als er am Parc Fermé seinen Landsmann begrüßte.
Wie Vanthoor heute war auch Leinders damals im Team von Van Amersfoort Racing an den Start gegangen. ″Elf Jahre sind eine lange Zeit, aber ich kann mich noch ganz gut an damals erinnern – ich wollte schon mein ganzes Leben Formelautos fahren″, erzählte der 33-Jähre. ″Die Formel 3 war für mich eine sehr gute Schule. Die Meisterschaft in Deutschland war schon zu meiner Zeit perfekt organisiert und van Amersfoort Racing zählt seit Jahren zu den Top-Teams.″ 2004 schaffte es Leinders sogar bis in die Formel 1 – als Testfahrer für das Minardi F1 Team.
Doch bis heute hat er die Formel 3 in Deutschland nicht aus den Augen verloren. ″Ich freue mich, dass der ATS Formel-3-Cup so gut funktioniert″, so der Belgier. ″Nicht nur, dass hier 22 Fahrzeuge am Start sind, auch die Fahrer sind sehr gut.″ Momentan startet Leinders in der FIA GT Championship mit einem Ford GT, der bereits nach dem neuen Reglement für 2010 gebaut wurde. Natürlich gratulierte auch Vanthoor nach dem Rennen seinem Landsmann. ″Bas gehört zu den bekanntesten Piloten in Belgien″, berichtet der 18-Jährige. ″Es wäre toll, wenn ich der nächste belgische Fahrer wäre, der sich den Formel-3-Titel holt.″
Sollte dies tatsächlich so kommen, dann stehen in der seit 1975 in Deutschland geführten Tabelle der Formel-3-Champions bereits drei belgische Piloten:
Bas Leinders 1988 – Van Amersfoort Racing Int. Deutsche Formel-3-Meisterschaft
Frédéric Vervisch 2008 – Jo Zeller Racing ATS Formel-3-Cup
Laurens Vanthoor 2009 – Van Amersfoort Racing ATS Formel-3-Cup
ATS Formel-3-Cup: Wochenendbericht Oschersleben
Mann des Wochenendes: Monien
Die Veranstaltung: Zum zweiten Mal in dieser Saison war der ATS Formel-3-Cup außerhalb der gewohnten Plattform des ADAC Masters Weekend unterwegs. Die Läufe sieben und acht fanden im Rahmen der FIA GT Championship in der Motorsportarena Oschersleben statt. Zwischen dem ATS Formel-3-Cup und der FIA GT Championship bestehen mehr Verbindungen, als man in ersten Moment denkt.
So betreuen Teile der Mannschaft des Swiss Racing Teams die beiden Saleens aus dem Team K plus K Motorsport. Zudem sind viele Fahrer, die früher in einem Formel-3-Monopoto saßen heute erfolgreich in der FIA GT am Start. Dazu zählen zum Beispiel Michael Barthels, Alex Müller, Karl Wendlinger, Bas Leinders oder Thomas Mutsch.
Neues aus dem Startfeld: Gleich zwei Neulinge waren in Oschersleben vertreten: der Indonesier Zahir Ali und der Finne Jesse Krohn. Ali geht in einem Dallara F307 Mercedes als neuer Teamkollege der Schweizerin Rahel Frey an den Start. Krohn saß dieses Wochenende im Fahrzeug von Dominik Schraml bei Stromos Artline.
Das zweite Rennen musste ohne den Russen Vladimir Semenov stattfinden. Sein Visum war am Samstagabend abgelaufen und der ZyXEL-Pilot musste den Rückweg in sein Heimatland antreten. In zwei Wochen auf dem Lausitzring wird er wieder im Cockpit sitzen.
Mann des Wochenendes: war, neben Doppelsieger Laurens Vanthoor, der Deutsche Nico Monien. Der Zettl-Sportsline-Pilot schaffte in beiden Rennen den Sprung aufs Podest. Dabei hatte er sich im Qualifying bei einer Kollision den Ellenbogen geprellt.
Crash des Wochenendes: Für spektakuläre Bilder und viel Arbeit beim Team Van Amersfoort Racing sorgte Stef Dusseldorp. Der Niederländer fabrizierte den Crash seines Lebens und lieferte nahezu einen Totalschaden an seinem Dallara-Volkswagen ab. Außer dem Monocoque wurde beim Einschlag in die Reifenstapel nahezu alles beschädigt: Motor, Getriebe, Radaufhängungen.
Einsteiger des Wochenendes: War ganz klar Jesse Krohn. Der finnische Neuzugang im Team Stromos Artline holte bei seinem ersten Formel-3-Einsatz in Deutschland einen Sieg und einen zweiten Platz in der Trophy-Wertung. Der 18-Jährige bestreitet derzeit die Formel Renault in England.
Prominente Siegerehrung: Gleich zwei Sportchefs wichtiger deutscher Automobilmarken überreichten die Pokale bei der sonntägigen Siegerehrung: Kris Nissen als Volkswagen Motorsportdirektor und Volker Strycek in der Personalunion als Opel-Motormanager und AvD-Sportpräsident.
Die Rennen: Der Belgier Laurens Vanthoor ist mit Riesenschritten Richtung Meistertitel unterwergs. Der 18-Jährige konnte dieses Wochenende 23 der möglichen 24 Punkte sammeln: eine Pole-Position, zwei Siege und zwei schnellste Runden taten seinem Punktekonto richtig gut. Stef Dusseldorp sicherte sich einen Punkt für die Pole im ersten Rennen. Vanthoor ging in beiden Rennen von Start weg in Führung und fuhr sofort einen sicheren Abstand auf seine Verfolger heraus, den er bis in Ziel locker behaupten konnte.
Stef Dusseldorp erwischte ein denkbar schlechtes Wochenende. Nur vier Punkte konnte er in den drei Tages sammeln. Im ersten Rennen konnte er seine Pole nicht ausnutzen und drehte sich später auch noch durch einen Fahrfehler von der dritten auf die sechste Position. Ähnlich verlief Rennen zwei: Auf Rang vier liegend dreht er sich erneut und kam nur auf Rang neun und ohne Punkte ins Ziel.
Die Wertungen: In der Gesamtwertung ATS Formel-3-Cup führt Laurens Vanthoor sicher mit 26 Punkten Vorsprung vor seinem Teamkollegen Stef Dusseldorp (48 Punkte). Rahel Frey liegt mit 39 Zählern auf dem dritten Rang, doch Rafael Suzuki besitzt nur noch vier Punkte weniger als die Schweizerin.
In der Rookie-Wertung ZF-auto motor und sport-Juniorpokal konnte Markus Pommer an Stef Dusseldorp vorbeiziehen und die Führung übernehmen. Der Deutsche hat jetzt 62 Punkte in der Tabelle, Dusseldorp 57.
Obwohl Sergey Chukanov in Oschersleben nicht auf dem Podest stand, hat er weiterhin mit 70 Punkten die Führung in der ATS Formel-3-Trophy inne. Die sechs Siege des Ukrainers in den vergangenen acht Rennen wiegen schwer. Francesco Lopez und Mika Vähämäki folgen mit 53 beziehungsweise 50 Zählern auf den Plätzen zwei und drei.
Den AvD Speedpokal führt Laurens Vanthoor mit acht Punkten an. Stef Dusseldorp, Rahel Frey und Rafael Suzuki konnten ebenfalls in dieser Wertung punkten.
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Mit Riesenschritten Richtung Titel
Start zum zweiten Rennen
Der Belgier Laurens Vanthoor (Dallara F307 Volkswagen) ist in Oschersleben klar der Mann des Wochenendes. Der Van-Amersfoort-Pilot gewann nach gestern auch den heutigen achten Lauf des ATS Formel-3-Cup und sicherte sich seinen ersten Doppelsieg der Saison. Insgesamt sammelte der 18-Jährige in den vergangenen zwei Tagen 23 Punkte – nur sein Teamkollege Stef Dusseldorp konnte ihm einen Zähler mit seiner Pole-Position im ersten Rennen abluchsen. Der Deutsche Nico Monien (Dallara F307 Mercedes) fuhr mit Platz zwei sein bestes Saisonergebnis ein. Hinter ihm überquerte der Brasilianer Rafael Suzuki (Dallara F307 Volkswagen) als Dritter die Ziellinie.
Besonders die Anfangsphase des Rennens gestaltete sich schwierig, da die Strecke noch teilweise feucht war. Nur die Ideallinie war durch die GT-Fahrzeuge trocken gefahren worden. Ein Vorteil für die linke Startreihe, die auf trockenem Asphalt stand. Die rechte Seite hatte mit noch feuchtem Belag zu kämpfen. Bei Überholmanövern wurden die Streckenbedingungen noch schwieriger: kamen die Piloten mit den Yokohama-Slicks nur ein wenig von der Ideallinie ab, bestand sofort die Gefahr abzufliegen. Das passierte unter anderem dem Schweden Max Nilsson (Dallara F307 OPC-Challenge), der auf einem aussichtsreichen sechsten Platz lag und der Schweizerin Rahel Frey (Dallara F307 Mercedes).
Kein gutes Rennen erlebte Stef Dusseldorp (Dallara F307 Volkswagen). Zwar konnte er am Start seinen vierten Rang halten, doch in der 19. Runde unterlief ihm ein Fahrfehler. Der Niederländer drehte sich und reihte sich auf dem neunten Rang außerhalb der Punkte wieder ein. Damit konnte Vanthoor den Vorsprung auf seinen Teamkollegen Dusseldorp in der Tabelle auf 26 Punkte ausbauen.
In der ATS Formel-3-Trophy sicherte sich der Finne Jesse Krohn seinen ersten Sieg. ″Es war ein schwieriges Wochenende″, so der 18-Jährige. ″Ich kannte das Auto und die Strecke nicht. Aber heute lief es perfekt.″ Sein Teamkollege Sergey Chukanov (beide Arttech F24 OPC-Challenge) verpasste erneut den Sprung auf Podest. Da sein Motor nicht angesprungen war, musste er aus der Boxengasse starten und dem Feld hinterherfahren.
Laurens Vanthoor: Die ersten Runden habe ich voll gepusht, um den Abstand auf Nico so schnell wie möglich zu vergrößern. Das ist mir auch gelungen und ab dann konnte ich das Rennen ruhig angehen und sicher gewinnen. Es tut mir leid, dass es für Stef nicht so gut gelaufen ist. Aber für mich in der Meisterschaft ist es gut, da ich meinen Vorsprung ausbauen konnte.
Nico Monien: Am Start hatte ich durchdrehende Räder und bis deswegen nicht so gut weggekommen. Aber immerhin konnte ich meinen zweiten Rang halten. Kurz vor Schluss habe ich mich verbremst und dadurch beinahe meinen Platz verloren, aber es war zum Glück alles gut. Auf dem Lausitzring will ich weiter punkten und meine Position in der Meisterschaft verbessern.
Rafael Suzuki: Eigentlich war es für mich ein langweiliges Rennen. Der Start war schwierig, da ich mit der rechten Seite auf dem feuchten Streckenteil lag. Auch überholen war so gut wie unmöglich, da nur die Ideallinie trocken war. Gegen Ende habe ich nochmals voll gepusht, um Nico einzuholen, aber da sind mir leider ein paar Fehler unterlaufen. Jetzt müssen wir daran arbeiten, den Abstand auf Rang zwei zu verkürzen.
Zettl Sportsline auf dem Vormarsch
Podium: Pommer, Vanthoor und Monien
Das erste Rennen des ATS Formel-3-Cup in Oschersleben hat erneut bewiesen, dass bei Zettl Sportsline die Tendenz klar nach oben zeigt. Zwar konnte der Van-Amersfoort-Pilot Laurens Vanthoor (Dallara F307 Volkswagen) den siebten Saisonlauf gewinnen, aber Rang zwei und drei sicherten sich die beiden Deutschen Markus Pommer und Nico Monien (beide Dallara F307 Mercedes) aus dem bayrischen Team. Für Neuling Pommer war es sogar sein erster Podestplatz in der Formel 3. Vanthoor war am Start an seinem Teamkollegen vorbeigezogen und übernahm die Führung. Zwar übte Pommer in den ersten Kurven viel Druck aus, doch der Belgier fand schnell seine Pace und setzte sich ab.
Stef Dusseldorp hatte bange Stunden hinter sich, als er am Samstagabend in der Startaufstellung stand. Der Niederländer hatte im zweiten Qualifying seinen Dallara F307 Volkswagen bei einem Abflug heftig beschädigt. Doch sein Team Van-Amersfoort-Racing legte sich richtig ins Zeug und baute das Fahrzeug fast komplett neu auf. Kurz vor Abfahrt in den Vorstart war der weiße Dallara fertig. Am Start konnte der 19-Jährige seine Pole-Position nicht nutzen und fiel sogar auf den dritten Rang hinter Pommer und vor Monien zurück. Noch zur Hälfte des Rennens sah es nach einem sicheren Podiumsplatz aus. Doch in der zwölften Runde drehte sich der Niederländer ohne Fremdeinwirkung und kam auf Platz sechs wieder auf die Strecke zurück.
Nico Monien nahm dieses Geschenk gerne an und übernahm Rang drei. Der 18-Jährige fuhr das Rennen fast nur mit einem Arm, da er sich im Qualifying eine Prellung am linken Ellenbogen zugezogen hatte. ″Mir war einer der Hauser-Brüder ins Auto gefahren und dabei habe ich mir den Arm angeschlagen″, erzählte Monien. ″Im Rennen war der Arm fast taub und hat eher nur noch unterstützend gewirkt.″
Eine Sensation gab es in der ATS Formel-3-Trophy: zum ersten Mal in dieser Saison gewann nicht der Ukrainer Sergey Chukanov (Arttech F24 OPC-Challenge). Zwar lag er bis zur Mitte des Rennens in Führung, doch dann drehte er sich und reihte sich auf dem vorletzten Gesamtplatz wieder ein. Damit durfte sich der Finne Mika Vähämäki (Dallara F304 Opel) über seinen ersten Saisonsieg freuen. Rang zwei sicherte sich sein Landsmann Jesse Krohn (Arttech F24 OPC-Challenge) vor dem Deutschen Francesco Lopez (Dallara F304 Opel).
Laurens Vanthoor: Mein Start war ganz gut und ich konnte an Stef vorbeiziehen. Doch in den ersten beiden Kurven musste ich mich ziemlich gegen Markus wehren. Dann habe ich gepusht was das Auto hergab und konnte schnell einen Anstand herausfahren. Später ging es mir darum konstante Runden zu fahren und sie Reifen zu schonen. Als ich gegen Ende die dunklen Wolken am Himmel sah, hatte ich schon Angst, dass es anfangen würde zu regnen. Aber zum Glück blieb es trocken.
Markus Pommer: Mein Start war genial und ich konnte sofort Druck auf Vanthoor ausüben. Ich hatte noch überlegt ein Überholmanöver zu riskieren. Doch dann wurde Laurens immer schneller und ich konnte nicht mehr mithalten. Deswegen habe ich mich darauf konzentriert das Auto zu schonen und das Rennen nach Hause zu fahren. In den letzten beiden Runden habe ich noch mehr Speed rausgenommen. Deswegen konnte Nico auch aufholen.
Nico Monien: Ich bin zufrieden mit meinem dritten Rang. Nach dem Start habe ich hinter Stef festgehangen und habe auf einen Fehler von ihm gehofft. Aus eigener Kraft kam ich nicht vorbei. Zum Glück hat er sich später auch gedreht. Morgen will ich von Startplatz zwei aus voll angreifen.
Starke Rookies in Oschersleben
Nico Monien
In den Qualifyings für die Läufe sieben und acht des ATS Formel-3-Cup in Oschersleben im Rahmen der FIA GT Championship sicherten sich der Niederländer Stef Dusseldorp und sein belgischer Teamkollege Laurens Vanthoor (beide Dallara F307 Volkswagen) jeweils die Pole-Position. Allerdings flog Dusseldorp in der zweiten Session ab und beschädigte sein Fahrzeug schwer. Das Team hat nun bis heute Abend Zeit alles zu reparieren. Der gut gefüllte Zeitplan machte den zeitlich verkürzten Qualifying-Modus notwendig. Anstatt zwei Mal 30 Minuten, standen den Piloten heute zwei Mal 20 Minuten mit einer zehnminütigen Pause zur Verfügung.
Das erste Qualifying war hart umkämpft: gleich mehrere Piloten schafften den Sprung an die Spitze. Zu Beginn wechselte die Pole-Position zwischen dem Brasilianer Rafael Suzuki (Dallara F307 Volkswagen) und dem Deutschen Nico Monien (Dallara F307 Mercedes). Später schalteten sich auch noch Bernd Herndlhofer, Willi Steindl, Rahel Frey (alle Dallara F307 Mercedes) sowie Dusseldorp und Vanthoor in den Kampf um die schnellste Rundenzeit ein. Mit dem besseren Ende für die beiden Van-Amersfoort-Piloten: Dusseldorp umrundete den 3,696 Kilometer langen Kurs in 1:21.945 Minuten und sicherte sich damit seine erste Pole Position in der Formel 3. Sein Teamkollge Vanthoor steht heute Abend in der Startaufstellung neben ihm. Platz drei sicherte sich Markus Pommer vor Steindl und Monien. Damit lagen gleich vier Rookies in den Top fünf.
Nico Monien aus dem Team Zettl Sportsline stand eigentlich schon als Pole-Mann des zweiten Qualifyings fest, doch in wirklich allerletzter Sekunde schnappte ihm Vanthoor den Platz an der Spitze weg. Kurz vor Schluss war Dusseldorp in den Shell-Esses abgeflogen und hatte eine längere Gelbphase ausgelöst. Kaum war die Strecke wieder freigegeben, griff Vanthoor an und lag auf Pole-Kurs. Doch im letzten Sektor kam er mit dem Hinterreifen in den Dreck – die Runde war kaputt und die Uhr stand auf ″0″. Doch der Belgier war, von vielen unbemerkt, noch rechtzeitig über die Linie gefahren. Er nutzte seine Chance, behielt die Nerven und verdrängte mit einer Zeit von 1:21.925 Minuten Monien auf Rang zwei. Rafael Suzuki startet morgen von Platz drei.
In der ATS Formel-3-Trophy fuhr der Ukrainer Sergey Chukanov zwei Mal die schnellste Zeit vor seinem neuen Teamkollegen, dem Finnen Jesse Krohn (Arttech F24 OPC-Challenge). Rang drei sicherte sich der Deutsche Francesco Lopez (Dallara F304 Opel). Mika Vähämäki (Dallara F304 Opel) war im ersten Qualifying abgeflogen und konnte an der zweiten Session nicht teilnehmen.
Laurens Vanthoor: "Nach dem ersten Qualifying war ich ziemlich sauer. Ich war zwei Mal auf einer schnellen Runde und bin zwei Mal geblockt worden. Das hat mir meine Chance auf die Pole Position ruiniert. In der zweiten Session gab es viele Gelbphasen. Ich habe die allerletzten Minuten genutzt nochmal anzugreifen. Zum Glück hat es auf den letzten Drücker noch für die Pole gereicht. Das war das schwerste Qualifying, das ich bisher erlebt habe."
Stef Dusseldorp: "Das erste Qualifying verlief super – ich freue mich riesig über meine erste Formel-3-Pole. Jetzt hoffe ich, dass mein Team das Auto wieder reparieren kann. Das zweite Qualifying war sehr hart, da viel Verkehr auf der Strecke war. In den Shell Esses habe ich das Heck verloren und bin eingeschlagen."
Markus Pommer: "Ich bin mit Startplatz drei für das erste Rennen sehr zufrieden. Es war viel Verkehr und ich habe nur eine wirklich freie Runde erwischt. Mein Ziel ist es heute aufs Podium zu kommen. Im zweiten Qualifying sind wir etwas später raus. In meiner ersten schnellen Runde musste ich überholen und dann kam die lange Gelbphase."
Rafael Suzuki: "Über das Ergebnis aus dem ersten Qualifying bin ich sehr enttäuscht. Wir hatten die Pace ganz nach vorne zu fahren. Aber ich bin die ganze Zeit aufgehalten worden. Im Rennen muss ich alles geben, um nach vorne zu kommen. Das zweite Zeittraining war ganz okay. Meine Runden waren nicht perfekt, da mir ein paar kleine Fehler unterlaufen sind. Doch ich denke, dass heute keiner wirklich fehlerfrei war, da die Strecke nicht einfach war."
Nico Monien: "Der Anfang der ersten Session lief ganz gut. Dann kam ich rein zum Reifenwechsel, doch als ich wieder rausfuhr, begann einige Gelbphasen. Später habe ich noch eine gute Runde erwischt und bin für Platz fünf qualifiziert. Im zweiten Qualifying haben wir zu Beginn noch abgewartet. Auf der Strecke habe ich noch gute Runden hingelegt. Leider hat es nicht für die Pole-Position gereicht. Aber es ist toll in der ersten Startreihe zu stehen. Die Tendenz geht weiter nach oben und wir sind dran an der Spitze."
Francesco Lopez: "Der neue Qualifying-Modus war noch ungewohnt. Deswegen war es zu Beginn des ersten Qualifyings noch etwas turbulent. Dazu kamen in beiden Sessions noch einige Gelbphasen. Besonders Vähämäki ist genau zu dem Zeitpunkt abgeflogen, an dem schnelle Runden gefahren werden. Aber ich bin mit meinen Positionen nicht unzufrieden. Die erste Kurve in Oschersleben ist dafür bekannt, dass einiges passieren kann."
Formel 3 unter Sportwagen
Volles Starterfeld in Oschersleben
Der ATS Formel-3-Cup trifft bei seinen Saisonläufen sieben und acht in der Motorsportarena Oschersleben auf ein sehr internationales und professionelles Umfeld im Rahmen der FIA GT Championship. Ein Fahrerlager voller Sportwagen, die nicht nur die Fans, sondern auch die Formel-3-Piloten begeistern. Ferrari, Audi R8, Corvette, Viper, Porsche und noch viele andere Marken und Fahrzeuge sind vertreten. Genau die richtige Plattform für die jungen Formel-3-Piloten sich zu präsentieren.
Der Freitag verlief für Teams und Fahrer noch recht ruhig: es stand nur das einstündige freie Training auf dem Programm. Am Ende sicherte sich der Tabellenführer Laurens Vanthoor in 1:21.850 Minuten die schnellste Zeit. Der Belgier hat geteilte Erinnerungen an die Strecke in der Magdeburger Börde: beim Saisonauftakt im April konnte er das erste Rennen gewinnen. Lauf zwei beendete er ohne Punkte. Der Brasilianer Rafael Suzuki kann mit Rang zwei den Aufwärtstrend im Team Performance Racing bestätigen. Nach einem eher mäßigen Start in die Saison sollen nun weitere Podiumsplätze folgen. Die drittschnellste Zeit fuhr der Belgier Stef Dusseldorp (alle Dallara F307 Volkswagen). Der Rookie aus dem Team Van-Amersfoort-Racing hatte sich hier in Oschersleben bereits im zweiten Saisonlauf seinen ersten Formel-3-Sieg gesichert.
Bester Deutscher auf Position vier wurde Markus Pommer aus dem Team Zettl Sportline, vor der Schweizerin Rahel Frey, die momentan auf dem dritten Tabellenplatz liegt. Beim Saisonauftakt schaffte sie hier den Sprung aufs Podest und wird versuchen ihren Erfolg zu wiederholen, um den Anschluss an die Spitze zu halten. Eine gute Leistung zeigte Gary Hauser (alle Dallara F307 Mercedes), der sich auf Rang sechs platzieren konnte. Fleißigster Pilot am Freitagmittag war der Russe Vladimir Semenov, der den 3,6960 Kilometer langen Kurs 36 Mal umrundete.
Neu im ATS Formel-3-Cup sind der Indonesier Zahir Ali (Dallara F307 Mercedes) und der Finne Jesse Krohn (Arttech F24 OPC-Challenge). Ali startet neben Frey im Team von Jo Zeller. Krohn greift dieses Wochenende im Team STROMOS ART-LINE für Dominik Schraml ins Lenkrad.
Fette Beute in der Trophy-Wertung
Der F3-Cup startet im Rahmen der FIA GT
Beim Jubiläum der FIA GT Meisterschaft in Oschersleben wird auch der ATS Formel-3-Cup dabei sein. Zum zehnten Mal sind die Supersportwagen vom 18. bis 21. Juni in der Magdeburger Börde zu Gast – und als Premiere erstmals zusammen mit dem ATS Formel-3-Cup. Die schnellste deutsche Formel-Rennserie trägt in der Motorsportarena ihre Saisonläufe sieben und acht aus.
Nach dem Auftritt im Rahmen des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring steht in Oschersleben bereits das zweite Saison-Highlight an. Hier erwartet die Fans eine spektakuläre Mischung aus bulligen, 600 PS starken Sportwagen und pfeilschnellen Monoposti, verspricht Formel-3-Pressesprecher Peter Dahlmanns. Der ATS Formel-3-Cup rückt einmal mehr mit einen prall gefüllten Starterfeld in Gand Prix Stärke an. In der noch jungen Saison konnten bislang zwölf Piloten punkten, ein klares Indiz dafür, dass das Feld enger zusammenrückt.
Klar, Laurens Vanthoor hat seinen Vorsprung ausbauen können, doch was sind schon sieben Punkte. Entsprechend vorsichtig richtet sich der Blick des erst 17-Jährigen Richtung Oschersleben: Dort war mein Teamkollege beim Saisonauftakt richtig stark. Ich glaube auf Stef Dusseldorp muss ich in diesem Jahr am meisten aufpassen. Dennoch ist der Belgier als erklärter Meisterschaftsfavorit gut beraten, auch die weibliche Konkurrenz im Auge zu behalten. Hinter dem Niederländer Dusseldorp wird die Schweizerin Rahel Frey auf Tabellenplatz drei geführt – und in der Motorsportarena stand sie im Frühjahr bereits auf dem Siegertreppchen. Ich kann nicht sagen, ob mir die Strecke in Oschersleben besonders gut liegt. Wichtig ist nur das Vertrauen, das ich im Auto habe. Ich fühle mich derzeit richtig wohl, verkündet die 23-Jährige.
Immer nah dran, immer vorn dabei und immer noch fehlt der ganz große Erfolg, so könnte man die Taten von Rafael Suzuki beschreiben. Der 21-jährige Brasilianer wartet auf seinen ersten Sieg, der bestimmt kommen wird – vielleicht schon am kommenden Wochenende. Dann sollte man auch auf Bernd Herndlhofer achten, denn der Österreicher war bereits beim Saisonauftakt an gleicher Stelle schnell. Der zweite Platz im Sonntagrennen belegt dies eindrucksvoll.
Einen deutlichen Aufwärtstrend vermelden die beiden Formel-3-Neulinge und Teamkollegen Markus Pommer und Nico Monien. Die Punkteausbeute der beiden Deutschen wird immer größer. Auch bei diesem Duo gilt: jederzeit siegfähig. Vor allem der in Spanien aufgewachsene Monien tut sich hervor. Am Nürburgring und in Hockenheim stand er bereits auf dem Siegerpodest: Ein schönes Gefühl, dass ich künftig öfter genießen will.
Die Trophy-Wertung hingegen scheint zur fetten Beute für Sergey Chukanov zu werden. Der Ukrainer gewann alle bisherigen sechs Rennen – und dabei ist er mit seinem Arttech F24 OPC-Challenge der Exote. Das Auto ist eine russische Konstruktion, das erstmals in Europa am Start steht. Zusammen mit dem Formel-3-erfahrenen 21-Jährigen ist die Kombination derzeit das Maß aller Dinge. Vor allem der Deutsch-Italiener Franceso Lopez bläst immer wieder zum Angriff. Immer in den Punkten und fünf Mal auf dem Siegerpodest macht der 19-Jährige mächtig Druck. Sein zweiter Tabellenrang vor dem Finnen Mika Vähämäki belegt dies deutlich.
Nach dem ersten Saisondrittel ist es also spannend wie eh und je im ATS Formel-3-Cup. Die Youngster wollen und werden in Oschersleben eine gute Show bieten, schließlich präsentieren sie sich in einem international bedeutendem Umfeld mit vielen einflussreichen Teamchefs.
Über 50 aber spannend
Die drei Führenden der Trophy-Wertung
Spannende Kämpfe um Punkte und Siege finden im ATS Formel-3-Cup nicht nur in der Spitzengruppe statt. Auch im Mittelfeld geht es hoch her! Dafür sorgen die Piloten der ATS Formel-3-Trophy. Auch wenn die Fahrzeuge zwischen den Baujahren 2002 bis 2004 produziert wurden, halten sich die Fahrer mit den Startnummern über 50 in keiner Weise zurück.
Mit der Trophy-Wertung bietet man den Piloten eine Plattform, auch mit geringerem Budget in die Formel 3 einzusteigen und die Chance zu nutzen, sich für die Gesamtwertung ATS Formel-3-Cup zu empfehlen und mit guten Ergebnissen neue Sponsoren zu finden. Einige Trophy-Piloten aus der vergangenen Saison besetzen heute ein Cockpit in einem Cup-Fahrzeug. Darunter Bernd Herndlhofer, Marco Oberhauser und auch Shirley van der Lof. ″In der Trophy-Wertung kann man sich optimal und relativ kostengünstig vorbereiten. Man lernt das Formel-3-Auto, die Strecken und die Yokohama-Reifen kennen″, erklärt Herndlhofer. ″Diese Erkenntnisse nutzen einem dann später in der Cup-Wertung, in der doch konsequenter, schneller und zielorientierter gefahren wird.
Auch in der ATS Formel-3-Trophy wird Vielfalt groß geschrieben. Am dritten Saison-Wochenende auf dem Hockenheimring gingen Piloten aus sechs verschiedenen Nationen in dieser Zusatzwertung an den Start. Mit dem Opel-Motor und dem OPC-Challenge sind zudem zwei Triebwerke vertreten. Aber den größten technischen Unterschied gibt es bei den Chassis: neben den altbekannten Dallara-Chassis, setzt STROMOS ARTLINE den in Eigenregie konstruierten und produzierten Arttech F24 ein. Das russische Team konnte damit in europäischen Formelserien schon viele Erfolge einfahren und will sich nun auch in der deutschen Szene etablieren.
Bisher konnten die Exoten auch in der ATS Formel-3-Trophy überzeugen. Der Ukranier Sergey Chukanov gewann alle sechs Rennen der bisherigen Saison. Trotzdem ist er noch nicht ganz zufrieden mit der Entwicklung der Saison: ″Die Rennen bisher waren ganz okay, der Arttech F24 ist jedoch nicht einfach zu fahren.″ Der 21-Jährige will dennoch auch in der Gesamtwertung weiter nach vorne, denn auch die Trophy-Piloten können selbstverständlich im ATS Formel-3-Cup punkten. Sein schärfster Konkurrent in der ATS Formel-3-Trophy ist der Deutsch-Italiener Francesco Lopez in einem Dallara F304 Opel. Der 19-Jährige konnte bisher immerhin fünf Rennen auf dem Podium beenden und erreichte dabei drei Mal den zweiten Rang: Damit stehe ich ganz gut da. Mein Punkterückstand lässt sich theoretisch an einem einzigen Rennwochenende ausbügeln.
In der Saison 2009 ist auch das finnische Team ADRF neu vertreten und das unterstreicht, den hohen Stellenwert, den die schnellste deutsche Formel-Rennserie inzwischen genießt. Sie setzen für ihren Landsmann Mika Vähämäki einen Dallara F304 Opel ein. Der 19-Jährige konnte immerhin vergangene Saison die finnische Formel-3-Meisterschaft für sich entscheiden und rangiert momentan auf dem dritten Tabellenrang in der ATS Formel-3-Trophy.
Noch stehen in dieser Saison sechs Rennwochenenden mit zwölf Läufen aus und das bietet noch viele Möglichkeiten für Chukanov weitere Siege im Arttech F24 einzufahren beziehungsweise für seinen Konkurrenten, ihn zu besiegen. Auf jeden Fall hat die ATS Formel-3-Trophy mit zwei neuen Teams und vier neuen Piloten bewiesen, das ihr Konzept, einen Einstieg in den Formel-3-Sport zu schaffen, längst aufgegangen ist.
Valtteri Bottas siegt beim traditionellen Masters of Formula 3
Der Formel 3 Euro Serie-Pilot Valtteri Bottas (ART Grand Prix) ist Sieger des Tango Masters of Formula 3, das an diesem Wochenende auf der 4,307 Kilometer langen Rennstrecke von Zandvoort ausgetragen wurde. Damit ist er Nachfolger von Piloten wie Lewis Hamilton (Sieger 2005), David Coulthard (1991) und Nico Hülkenberg (2007). Hinter Bottas wurden Mika Mäki (Signature), Stefano Coletti (Prema Powerteam) und Masters-Titelverteidiger Jules Bianchi abgewinkt. Insgesamt elf der besten zwölf Piloten des wichtigsten Formel-3-Rennen Europas kommen aus der Formel 3 Euro Serie, unter ihnen auch die drei Nachwuchsfahrer, die auf dem Podium standen.
Rookie Valtteri Bottas nahm das Rennen von der Pole-Position aus auf, denn der Trainingsschnellste Jules Bianchi wurde wegen Blockierens einiger Kontrahenten im Qualifying um fünf Startplätze strafversetzt. Bottas gewann den Sprint zur ersten Runde und erarbeitete sich schon im ersten Umlauf einen Vorsprung von über zwei Sekunden. Hinter ihm reihten sich nach dem Start Mäki, Coletti und Jean Karl Vernay (Signature) ein, der in der vierten Runde von seinem Landsmann Bianchi überholt wurde. Sechs Runden später schied Vernay nach einer Kollision mit Lokalmatador Henkie Waldschmidt (SG Formula) aus.
Valtteri Bottas (ART Grand Prix): Es war ein hartes Rennen, auch wenn es nicht so aussah. Der Schlüssel zum Sieg waren der Start und die ersten Runden, in denen ich eine Lücke auf Mika herausfahren konnte. Danach habe ich das Rennen mehr oder weniger kontrolliert. Es ist etwas besonderes, das Masters of Formula 3 zu gewinnen und ich muss zugeben, ich war vor dem Rennen auch etwas nervös. Wenn man von der Pole-Position startet, dann ist die Erwartungshaltung natürlich groß.
Mika Mäki (Signature): Das Masters war eines der besten Formel-3-Rennen, die ich je gefahren bin. Hier auf dem Podium zu stehen ist auf jeden Fall ein großer Erfolg. Ich freue mich auch, dass ich nach meinem unglücklichen Wochenende in der Lausitz wieder zurück auf dem Podest bin.
Stefano Coletti (Prema Powerteam): In der ersten Kurve nach dem Start hat mich jemand berührt und dabei wurde mein Auto wohl leicht beschädigt. Ich hatte jedenfalls ab diesem Zeitpunkt großes Untersteuern. Aber ich schaffte es, mich darauf einzustellen und Jules Bianchi erfolgreich hinter mir zu halten.
Piloten der Formel 3 Euro Serie dominieren Masters-Qualifying
Jules Bianchi (ART Grand Prix, 1:31,143 Minuten) steht auf der Pole-Position für das Tango Masters of Formula 3, das an diesem Wochenende in Zandvoort ausgetragen wird. Der Franzose gewann das wichtigste Formel-3-Rennen Europas schon im vergangenen Jahr, als es noch im belgischen Zolder stattfand. Hinter Bianchi klassierte sich Valtteri Bottas (ART Grand Prix, 1:31,175 Minuten) als bester Rookie im 38 Mann starken Starterfeld. Die zweite Startreihe teilen sich morgen Mika Mäki (Signature, 1:31,462 Minuten) und Roberto Merhi (Manor Motorsport, 1:31,538 Minuten). Insgesamt neun der schnellsten zehn Nachwuchspiloten des Qualifyings und 17 der besten 20 Piloten kommen aus der Formel 3 Euro Serie.
Das Qualifying war spannend und unterhaltsam, die Namen an der Spitze des Klassements wechselten ständig. Erst fünf Minuten vor Ende der 20-minütigen Session setzte sich mit Jules Bianchi der Mann an die Spitze, der sie letztendlich auch behalten konnte. Stefano Coletti (Prema Powerteam, 1:31,557 Minuten), Jean Karl Vernay (Signature, 1:31,806 Minuten) und Christian Vietoris (Mücke Motorsport, 1:31,818 Minuten), die neben Bianchi in diesem Jahr bereits ein Rennen der Formel 3 Euro Serie gewinnen konnten, reihten sich auf dem Positionen fünf bis sieben ein.
Jules Bianchi (ART Grand Prix): Es ist ein schönes Gefühl, hier beim Masters auf der Pole-Position zu stehen. Im freien Training lief es noch nicht so gut, aber wir haben uns Stück für Stück gesteigert. Dass ich hier als erster Fahrer meinen Masters-Titel verteidigen kann, sorgt natürlich auch für Druck. Aber ich versuche, nicht daran zu denken und einfach mein Rennen zu fahren.
Valtteri Bottas (ART Grand Prix): Ich kenne die Strecke zwar, weil ich mit der Formel Renault schon hier gefahren bin. Aber mit einem Formel-3-Boliden hier zu fahren ist etwas anderes als mit dem Renault, ich musste also einige Dinge neu lernen. Morgen werde ich natürlich versuchen, das Rennen zu gewinnen.
Mika Mäki (Signature): Der Anfang des Qualifyings war richtig gut für mich, aber dann konnte ich nicht mehr zulegen. Mein Auto gab leider nicht mehr her, was wir gleich noch analysieren müssen. Generell ist es toll, bei einem so wichtigen Rennen wie dem Masters vorne zu stehen. Wenn man hier gut ist, dann kann man es in allen Kategorien des Motorsports schaffen.
Formel 3 Euro Serie will beim Masters weiße Weste behalten
Streckenlänge: 4,307 Kilometer
Rundenrekord: 1:33,203 Minuten / Eric Salignon (2004)
Distanz: 25 Runden
Sieger 2008: Jules Bianchi
Seit 1991 wird alljährlich das ,Masters of Formula 3 ausgefahren, dieses Jahr unter dem Namen ,Tango Masters of Formula 3. Nach zwei Jahren, in denen die Veranstaltung nach Zolder (Belgien) ausweichen musste, findet es nun wieder im niederländischen Zandvoort statt. Seit der Gründung der Formel 3 Euro Serie im Jahr 2003 gewannen nur Piloten dieser Serie das wichtigste Einladungsrennen der Formel 3 in Europa und unterstrichen damit die Stellung der Euro Serie als stärkste Nachwuchsserie der Welt. Jules Bianchi (ART Grand Prix), Sieger des Vorjahres, hat nun die Chance, als erster Fahrer seinen Titel beim Masters zu verteidigen.
Aus der Formel 3 Euro Serie nehmen mit Ausnahme von HBR Motorsport und Kolles & Heinz Union alle Teams am Masters teil. Manor Motorsport hat sich für dieses Rennen sogar verstärkt: Neben ihren drei Stammfahrern setzen sie noch den Briten Jon Lancaster in einem vierten Dallara-Mercedes ein.
Die Geschichte des ,Masters of Formula 3 ist gespickt von großen Namen des Motorsports. Der erste Sieger 1991 hieß David Coulthard, es folgten 2005 der amtierende Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton und 2007 Formel-1-Testfahrer Nico Hülkenberg aus Deutschland.
Henkie Waldschmidt (SG Formula): Das ,Masters of Formula 3 ist eine tolle Veranstaltung. Dieses Jahr ist das Rennen wieder zurück in meinem Heimatland, was für mich besonders schön ist. Leider kenne ich die Strecke in Zandvoort nicht besonders gut, weil ich erst einmal in meiner Karriere dort gefahren bin. Da wir nur ein 30-minütiges Training haben, bevor das erste Qualifying auf dem Programm steht, wird es nicht einfach werden. Außerdem ist es in Zandvoort oft sehr windig, was immer für etwas Sand auf der Strecke sorgt.
Beeindruckendes Duo
Das Pdoium zum zweiten Rennen am Sonntag
Nach dem Gastspiel beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring, war der ATS Formel-3-Cup auf dem Hockenheimring wieder im alt bekannten Rahmen des ADAC Masters Weekend anzutreffen. Neben den bekannten Serien des aufstrebenden Veranstaltungspakets war die Britische Formel-3-Meisterschaft am ersten Juni-Wochenende zu Gast. Premiere für zwei starke nationale Formel-3-Serien, die niemals zuvor an einem Rennwochenende gemeinsam auftraten. Während die Briten mit 19 Autos über den Ärmelkanal gekommen waren, präsentierte der ATS Formel-3-Cup stolz ein 22-köpfiges Starterfeld.
Renger van der Zande, 2007 noch im Formel-3-Cup unterwegs, mischt jetzt die Britische Formel 3 auf. Obwohl er die ersten beiden Rennen verpasst hatte, liegt er in der Gesamtwertung bereits auf dem siebten Rang – die beiden zweiten Plätze, die ihm auf dem Hockenheimring gelangen, geben dem Niederländer weiteren Auftrieb.
Cup-Tabellenführer Laurens Vanthoor konnte schon mal Kontakt zu Carlin Motorsport aufnehmen. Zusammen mit dem britischen Team wird er kommendes Wochenende am legendären Formel-3-Masters in Zandvoort antreten. ″Das ist eine neue und große Herausforderung für mich″, so der 17-Jährige. ″Ich bin noch nie in Zandvoort gefahren, obwohl ich als Belgier gar nicht so weit entfernt wohne. Zudem kenne ich weder das Team, noch das Fahrzeug, noch die Reifen.″
Im gewohnten Umfeld des ATS Formel-3-Cup fühlt sich Vanthoor jedenfalls derzeit wohl, wie der berühmte Fisch im Wasser. Auf dem Grand Prix Kurs von Hockenheim ging der Weg nicht an den beiden Van-Amersfoort-Piloten Stef Dusseldorp und Laurens Vanthoor vorbei. Beide sicherten sich jeweils einen Sieg und einen zweiten Platz. Auch die Zusatzpunkte für die schnellsten Rennrunden und die Trainingsbestzeiten teilten sie sich – fast. Denn am Samstag war der Brasilianer Rafael Suzuki im ersten Qualifying der schnellste Mann.
Vanthoor hat nun nach sechs von 18 Rennen satte 51 Punkte auf seinem Konto, Dusseldorp 44. Die Schweizerin Rahel Frey verlor Im Badischen ein wenig den Anschluss an die Spitze. Ihr fehlen 14 Zähler auf den Führenden.
Dennoch hat Jo Zeller wohl das richtige Händchen für seine Fahrer. Dieses Wochenende setzte der Schweizer auch ein Fahrzeug für seinen Landsmann Urs Rüttimann ein. Der münzte die professionelle Betreuung in zwei überraschende dritte Plätze in der ATS Formel-3-Trophy um. In dieser internen Wertung gibt Sergey Chukanov den Ton an: der Ukrainer gewann bisher alle sechs Rennen und muss sich am meisten gegen den Deutsch-Italiener Francesco Lopez wehren, der bereits fünf Mal auf dem Siegerpodest stand.
Im ZF – auto motor und sport – Juniorpokal führt weiterhin Stef Dusseldorp mit 48 Zählern. Der Niederländer konnte auch in Hockenheim wieder die volle Punktzahl für sich verbuchen. Doch der Vorsprung ist knapp. Nur vier Zähler dahinter lauert Markus Pommer. Der Deutsche verweist dabei auf eine exklusive Serie: er konnte bisher bei jedem Rennen punkten. Sein Landsmann und Teamkollege Nico Monien rangiert mit 35 Punkten auf Rang drei.
Harte Zweikämpfe auf dem Hockenheimring
Sieger Laurens Vanthoor
Nach dem sechsten Lauf des ATS Formel-3-Cup auf dem Hockenheimring im Rahmen des ADAC Masters Weekend lag wieder ein Lächeln auf dem Gesicht des Belgiers Laurens Vanthoor. Nach seinem gestrigen zweiten Rang konnte er das heutige Rennen sourverän gewinnen. Sein Teamkollege Stef Dusseldorp (beide Dallara F307 Volkswagen) kletterte als Zweitplatzierter aufs Siegerehrungspodest zusammen mit dem Deutschen Nico Monien (Dallara F307 Mercedes), der auf Rang drei gewertet wurde. Doch so richtig konnte sich der Zettl-Sportsline-Pilot nicht freuen, hatte er doch den zweiten Platz schon inne gehabt.
Denn zwei Runden vor Ende des Rennens setzte starker Regen ein, der die slickbereiften Piloten vor eine große Herausforderung stellte. Die Strecke wurde schnell rutschig und so flogen vor allem in der Sachskurve einige Piloten ab – darunter auch Stef Dusseldorp. Doch die Rennleitung entschied schnell und brach das Rennen mit roter Flagge ab. Da in diesem Fall die zuvor gefahrene Runde für die Wertung herangezogen wird, lag Dusseldorp wieder auf Platz zwei vor Monien. Sportlich die richtige Entscheidung, da vor dem einsetzenden Regen die Platzierungen eindeutig vergeben waren.
Besonders in der Anfangsphase sahen die zahlreichen Zuschauer am Hockenheimring spannende Kämpfe. Vanthoor und Dusseldorp an der Spitze fuhren zwar schnell einen Abstand heraus, aber hinter ihnen ging es rund. Markus Pommer, Monien und Rafael Suzuki trennten nur wenige Hundertstel und alle wollten nach vorne. Die beiden Teamkollegen Monien und Pommer dürften wohl für einige Schrecksekunden an der Zettl-Sportsline-Box gesorgt haben. Mehrfach gingen die beiden Deutschen nebeneinander in die Kurven, nur Zentimeter voneinander entfernt. Das bessere Ende erwischte Monien – Pommer machte einen Fehler und schon war er durch, im Schlepptau Suzuki. So fand sich Pommer innerhalb einer Kurve zwei Plätze weiter hinten wieder. In den nächsten Runden war er an der Reihe Druck auf Suzuki auszuüben, doch der warf seine ganze Formel-3-Erfahrung in die Waagschale und sicherte sich Platz vier.
Großes Pech hatte die Schweizerin Rahel Frey (Dallara F307 Mercedes). Die Jo-Zeller-Pilotin war schon im Regenqualifying nicht über den zwölften Platz hinausgekommen. Am Start blieb die 23-Jährige auch noch stehen und musste dem Feld hinterher eilen. Nach den 17 Rennrunden hatte sie sich wieder auf ihre Ausgangsposition zurückgearbeitet und blieb zum ersten Mal in dieser Saison ohne Punkte.
Laurens Vanthoor: Das Rennen war sehr, sehr gut. Zu Beginn hatte ich noch zu kämpfen, da die Strecke noch leicht feucht war. Da sind mir auch zwei Fehler unterlaufen. Aber dann konnte ich mich absetzen und den Druck etwas rausnehmen. Ich wollte auch kein Risiko eingehen und habe deswegen nicht versucht, doch noch die schnellste Rennrunden zu fahren. Als der Regen einsetzte, wäre ich in der Sachskurve noch beinahe rausgeflogen.
Stef Dusseldorp: Mein Start war nicht so gut und ich verlor eine Position. Die konnte ich mir zum Glück schnell wiederholen. Ich habe dann versucht Laurens einzuholen und mir dabei immerhin noch den Punkt für die schnellste Rennrunde gesichert. Am Ende bin ich abgeflogen, aber zu meinem Glück wurde das Rennen abgebrochen.
Nico Monien: Der Zweikampf mit Markus war wirklich hart. Ihm ist dann ein Fehler unterlaufen und ich kam vorbei. Ich bin mit Rang drei zufrieden, aber meiner Meinung nach hätte der Abbruch nicht sein müssen.